Das sind wir

Wir sind Spätaussiedler. Vor vielen Jahren verließen unsere Vorfahren ihre deutsche Heimat, um in der Ferne zu leben. Einige von ihnen gründeten an der Wolga, im Kaukasus und selbst in Sibirien ihre Siedlungen. So entstanden deutsche Kolonien in Russland, Kasachstan, Georgien, Kirgistan und Südamerika mit Namen wie Berlin, Hamburg, Weimar, Mannheim, Josephsthal oder Schönfeld. Das gemeinschaftliche Leben wurde in traditioneller Art und Weise geführt, man sprach Deutsch, kochte und backte nach alten Rezepten und baute eigene Kirchen. Auch heute existieren solche Kolonien in Russland, in Süd- und Nordamerika oder in Kasachstan.  Politische und wirtschaftliche Veränderungen in der Welt hinterließen ihre Spuren auch in den deutschen Siedlungen in der Welt. Viele Nachfahren der ersten Siedler standen vor der Wahl: Sollen wir bleiben oder liegt unsere Zukunft als Deutsche in der alten Heimat? Wo haben unsere Kinder eine bessere Zukunft? Mit der Hoffnung, endlich als Deutsche akzeptiert zu werden, ohne Angst vor Vertreibung zu leben, sind wir nach Deutschland übergesiedelt. Wir wollen nicht mehr fremd sein. Wir wollen Teil der Gesellschaft sein, und als solcher akzeptiert werden.

Jahrhunderte lang die eigenen Wurzeln nicht zu vergessen, ist eine Leistung. Über mehrere Generationen gelang es unseren Eltern und Großeltern, die deutsche Sprache, die Traditionen, die Religion und sogar Koch- und Backrezepte zu bewahren.

Einige dieser Rezepte haben wir wieder zurück nach Deutschland gebracht. Im Rahmen des Projektes „Russischbrot und Gemeinwesen“ ist von uns -  den in Nauen wohnenden Spätaussiedlern -  ein Steinofen gebaut worden, in dem heute nach alten Rezepten Brot gebacken wird.  

Wir laden Sie herzlich ein, dieses Brot zu probieren, Rezepte auszutauschen und vielleicht neue Freunde zu finden. Wer Lust hat auszuprobieren, wie man im Ofen backt, kann an jedem letzten Montag im Monat ab 11.00 Uhr in der ersten Etage im Mehrgenerationenhaus  in der Ketziner Straße 1, 14641 Nauen vorbeischauen. Meistens backen wir Brot. Überraschungen sind aber nicht ausgeschlossen. Im Ofen lassen sich viele kulinarische Träume verwirklichen. Wer will, kann sich mit eigenen Back- und Grillideen an den mittäglichen Treffen beteiligen. Schauen Sie einfach mal vorbei und lassen Sie uns an Ihren Ideen teilhaben!

Fragen dazu? Dann rufen Sie uns an unter 0177/7150755.

 

Ausstellung zur Geschichte der Spätaussiedler

Im Frühjahr 2011 fand im Mehrgenerationenhaus in Nauen eine Ausstellung zur Geschichte der Spätaussiedler statt. Im Rahmen des Projektes „Russischbrot für das Gemeinwesen“ wurden auf mehreren Schautafeln die Geschichte und das Leben der Spätaussiedler in der ehemaligen Sowjetunion dokumentiert. Viele Besucher des Mehrgenerationenhauses, Vertreter der Presse und der Stadtverwaltung Nauen sowie interessierte Jugendliche aus Nauen und Umgebung hatten die Möglichkeit, sich über die Geschichte der deutschen Aussiedler im Zarenreich und in den ehemaligen Sowjetrepubliken zu informieren.

 

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Materialien Austellung Russischbrot für das Gemeinwesen (PDF-Datei)

Zuweilen nicht verstanden - Zeitungsartikel (PDF-Datei)